Benötigt man für die Ausbildung eine besondere Vorbildung?

Nein. Eine besondere Vorbildung wird nicht vorausgesetzt.


Wie lautet der genaue Ausschreibungstitel?

Im Ausschreibungstitel ist die Berufsbezeichnung des staatlich anerkannten Berufs „Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement” anzugeben. Allerdings kann bis zum Ausbildungsstart (01.09.2014) noch mit den vorangegangenen Berufsbezeichnungen geworben werden.


Sind die geplanten Wahlqualifikationen bei der Stellenausschreibung anzugeben?

Nein. In der Stellenausschreibung sind die Wahlqualifikationen nicht anzugeben. Allerdings sollte im Vorstellungsgespräch angesprochen werden, welche Wahlqualifikationen für die zukünftige Auszubildende/den zukünftigen Auszubildenden vorgesehen sind.


Kann die Ausbildung auch in Teilzeit erfolgen?

Ja. Bei berechtigtem Interesse ist auf gemeinsamen Antrag des Auszubildenden und Ausbildenden die Ausbildungszeit auch in Form einer täglichen oder wöchentlichen Reduzierung der Arbeitszeit zu kürzen (§ 8 Abs. 1 S. 2 BBiG). Ein berechtigtes Interesse ist z. B. dann gegeben, wenn der Auszubildende ein eigenes Kind oder einen pflegebedürftigen Angehörigen zu betreuen hat oder vergleichbar schwerwiegende Gründe vorliegen. Das berechtigte Interesse ist durch Vorlage geeigneter Belege nachzuweisen. Da das BBiG für die Abkürzung der Ausbildungszeit keine anteilige Untergrenze festlegt, ist jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob die Auszubildenden auch bei einer täglichen oder wöchentlichen Reduzierung der Ausbildungszeit noch wirklichkeitsnah mit den wesentlichen Abläufen vertraut gemacht werden können und in dem für die Ausbildung erforderlichen Maß in die behördliche Praxis eingebunden werden können. Auch wenn die tägliche Arbeitszeit verkürzt wird, so ist es unumgänglich den Unterricht der dienstbegleitenden Unterweisung in Vollzeit zu besuchen. Für den Besuch des Berufsschulunterrichtes empfehlen wir dies ebenfalls. Die Teilzeitberufsausbildung führt grundsätzlich nicht zu einer Verlängerung der kalendarischen Gesamtausbildungsdauer. Im Einzelfall kann eine verkürzte tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit aber mit einer Verlängerung der kalendarischen Ausbildungsdauer verbunden werden (§ 8 Abs. 2 BBiG), wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen.

Auszubildende und Ausbildende müssen die Teilzeitberufsausbildung gemeinsam bei der zuständigen Stelle schriftlich beantragen. Die zuständige Stelle kann dem Antrag nur stattgeben, wenn erwartet werden kann, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht werden kann. Andernfalls muss die Gesamtausbildungszeit nach § 8 Abs. 2 BBiG entsprechend verlängert werden.

Wurde dem Antrag entsprochen, müssen die Vereinbarungen über eine Teilzeitberufsausbildung von beiden Vertragsparteien schriftlich im Ausbildungsvertrag fixiert und der zuständigen Stelle übersandt werden. In laufenden Vollzeitausbildungsverhältnissen, die aufgrund der persönlichen Situation des Auszubildenden in eine Teilzeitberufsausbildung umgewandelt werden sollen, ist rechtzeitig vom Auszubildenden und Ausbildenden ein gemeinsamer Antrag bei der zuständigen Stelle einzureichen.


Kann noch ein Ausbildungsvertrag über einen der drei Vorgängerberufe geschlossen werden?

Ausbildungsverträge, die bis zum 31.07.2014 beginnen, könnten theoretisch noch nach den bestehenden Verordnungen abgeschlossen werden. Es wird jedoch empfohlen, ab 01.08.2014 den neuen Büroberuf auszubilden, da auch der Berufsschulunterricht nur noch nach neuer Verordnung erfolgen wird. Ab August 2014 muss nach den Inhalten der BüroMKfAusbV ausgebildet werden. Eine Übergangsfrist ist hier nicht vorgesehen.


Werden bestehende Ausbildungsverhältnisse in den Vorgängerberufen umgeschrieben?

Nein. Bestehende Ausbildungsverhältnisse in den Vorgängerberufen (Bürokaufleute, Kaufleute für Bürokommunikation, Fachangestellte für Bürokommunikation) laufen wie bisher weiter. Die Neuregelung betrifft nur die Ausbildungsverhältnisse, die ab dem 01.08.2014 beginnen.


Wer legt die Wahlqualifikationen fest?

Grundsätzlich können nur die Wahlqualifikationen gewählt werden, die von der Ausbildungsbehörde oder einen Kooperationspartner vermittelt werden können. Können mehrere Wahlqualifikationen durch die Behörde inhaltlich ausgebildet werden, so kann eine Abstimmung mit dem Auszubildenden erfolgen. Die letztendliche Entscheidung liegt allerdings bei der Ausbildungsbehörde.


Wann müssen die Wahlqualifikationen festgelegt werden?

Die zwei Wahlqualifikationen müssen mit Abschluss des Berufsausbildungsvertrages festgelegt werden. Hierzu haben wir Ihnen einen Musterausbildungsvertrag mit der entsprechenden Anlage auf unserer Homepage bereitgestellt.


Können die Wahlqualifikationen im Nachhinein noch geändert werden?

Grundsätzlich ist die Festlegung der Wahlqualifikationen im Ausbildungsvertrag bindend. Allerdings ist ein späterer Wechsel noch möglich, sollte festgestellt werden, dass z. B. das Ausbildungsziel gefährdet ist oder eine geänderte Bedarfssituation bei der Ausbilderin/beim Ausbilder eintritt. Eine Änderung eines wesentlichen Vertragsbestandteils bedarf der Zustimmung beider Vertragspartner und muss der zuständigen Stelle in Form einer Änderungsmitteilung mitgeteilt werden.


Wann ist der letztmögliche Zeitpunkt zur Änderung der Wahlqualifikationen?

Eine Änderung ist letztmalig mit der Anmeldung zum Teil II der Prüfung möglich.


Müssen die Wahlqualifikationen am Stück vermittelt werden?

Nein. Die in der Verordnung jeweils vorgesehenen fünf Monate für die betriebliche Vermittlung einer Wahlqualifikation, sind als Orientierungswert zu betrachten und müssen nicht am Stück von der Ausbildungsbehörde vermittelt werden. Die Vermittlung der Wahlqualifikationen soll zwischen dem 16. und 36. Ausbildungsmonat erfolgen. Gerade bei der Wahl einer Zusatzqualifikation oder bei betrieblichen Besonderheiten müssen die Zeiten entsprechend angepasst werden.


Erfolgt die Klasseneinteilung nach Wahlqualifikationen?

Nein. Die Wahlqualifikationen sind ausschließlich für die betriebliche Ausbildung zu wählen. In der Berufsschule sowie in der dienstbegleitenden Unterweisung werden allen Auszubildenden die gleichen Inhalte vermittelt - unabhängig von der gewählten Wahlqualifikation.


Erhalten die Auszubildenden des VFA-K und KFB denselben Unterricht?

Nein. Die Kaufleute für Büromanagement erhalten einen speziell auf diesen Berufszweig abgestimmten Stoffgliederungsplan für die dienstbegleitende Unterweisung. Einen gemeinsamen Unterricht wird es nicht geben.


Wird in der Berufsschule noch das Zehn-Finger-Schreiben unterrichtet?

Nein. Die schreibtechnischen Kompetenzen werden zu gleichen Teilen durch Ausbildungsbehörde, Schule und Eigenengagement erworben. Der Schwerpunkt liegt am Beginn der Ausbildung. Neben dem Einsatz von Programmen zur Textverarbeitung, zur Tabellenkalkulation und zur Präsentation wird auch der Einsatz von Unternehmenssoftware in der Berufsschule zur Unterstützung der Lernprozesse empfohlen. Dies ergänzt, ersetzt aber nicht die entsprechende Qualifizierung in der ausbildenden Behörde.


Basiert die fachpraktische Prüfung auf den Wahlqualifikationen?

Ja. Grundlage für das fallbezogene Fachgespräch ist eine der festgelegten Wahlqualifikationen.


Welche Varianten sieht das fallbezogene Fachgespräch vor?

Als Zugangsweg zum fallbezogenen Fachgespräch kann aus zwei Varianten (Report oder Klassisch) ausgewählt werden. Für den Report muss ein max. 3-seitiger Bericht je gewählte Wahlqualifikation über die durchgeführte betriebliche Fachaufgabe verfasst werden. Die Reports müssen spätestens am ersten Tag der schriftlichen Abschlussprüfung Teil II eingereicht werden. Der Ausbildende muss bestätigen, dass die Fachaufgabe eigenständig vom Prüfling in der Behörde durchgeführt wurde. Die Aufgabenauswahl erfolgt durch den Prüfungsausschuss. Das Fachgespräch wird ausgehend von der Fachaufgabe und dem gewählten Report geführt. Bei der klassischen Variante wird eine von zwei, vom Prüfungsausschuss zur Auswahl gestellten, praxisbezogenen Fachaufgaben geprüft. Der Prüfungsausschuss entscheidet dabei, zu welcher Wahlqualifikation die beiden Wahlaufgaben zur Verfügung gestellt werden. Das Fachgespräch wird ausgehend von der Fachaufgabe geführt.


Ist die gewählte Prüfungsvariante nachträglich veränderbar?

Die ausbildende Behörde teilt der zuständigen Stelle mit Anmeldung zum Teil II der Abschlussprüfung die gewählte Variante mit, welche nicht mehr verändert werden kann. Sofern als Prüfungsvariante der Report gewählt und dieser nicht rechtzeitig (spätestens am ersten Tag der schriftlichen Prüfung) eingereicht wurde, erfolgt keine Zulassung zum fallbezogenen Fachgespräch. Damit gilt die Prüfung als nicht bestanden.


Bis wann ist der Antrag auf Prüfung einer Zusatzqualifikation einzureichen?

Mit der Anmeldung zum Teil II der Abschlussprüfung muss auch der Antrag auf die Prüfung einer Zusatzqualifikation mit der gewählten Prüfungsvariante eingereicht werden. Diese Anmeldung ist verbindlich.


Ist Teil I der Prüfung mit der bisherigen Zwischenprüfung vergleichbar?

Teil I der Abschlussprüfung ist nicht mit der bisherigen Zwischenprüfung gleichzusetzen. Die neue Prüfung ist nunmehr "gestreckt". D. h., das Ergebnis von Teil I fließt bereits mit 25 % in das Gesamtprüfungsergebnis ein. Teil I der Abschlussprüfung findet nach 18 Monaten auf Basis der ersten 15 Ausbildungsmonate statt.